Die Rheinpfalz

Die Rheinpfalz

“Virtuos und schnell – International Crossover” hieß es gestern in der Reihe “Konzert am Nachmittag” im Historischen Ratssaal Speyer: “The Twiolins” spielten brandneue Werke für zwei Violinen.
von Rainer Köhl
Bruder und Schwester hatten eine brillante Idee für ihre eigene Konzertreihe: Sie riefen einen Kompositionswettbewerb ins Leben, der neue Werke für Violinduo auszeichnet. Aus diesem Fundus spielten die jungen Virtuosen auch gestern.
Darunter war das mit dem ersten Preis ausgezeichnete “Autobahn” des Amerikaners Benedikt Brydern. Minimalistisch und furios verschränkten The Twiolins motorische Rhythmen und flirrende Figuren.
Violinduos sind öfters in der Volksmusik zu hören. Diesem Genre blieben auch die Kompositionen verpflichtet. Dabei zeigte sich Hollis Taylor von rumänischer Folklore beeinflusst, ebenso wie Andreas Sorg, der ein quirlig, launiges, spielerisch-vergnügliches Stück komponiert hat. Mit ungeraden Rhythmen gewann ihm das Duo sehr viel Vitalität ab.
Ausgesprochen klangsinnlich und atmosphärisch reich musizierten die “Twiolins” Tina Ternes´ “Windspiel”, zarte Gefühle und sinnierende Naturlaute zu klangschönen Gebilden formend. In indischen Tonsystemen (Sebastian Sylla) zeigte sich das Duo ebenso firm wie in den tänzerisch schwungvollen Latin-Werken von Aleksey Igudesman. Dessen musikalisch lustvollen Clownerien, feurige Tango-Anklänge und wild ausscherende Fantasien setzen die Geschwister mustergültig um. Die Geschwister spielten alle Stücke auswendig, so dass diese noch mehr an Lebendigkeit und Spontaneität gewannen.
Schwungvolles Virtuosentemperament und Feuer ließen die beiden ebenso in “Jongleurs” sprühen, einem effektvollen Werk der Hamburger Geigerin Ewelina Nowicka. Keim weniger große Wirkung hinterließ Dorothea Madera “Pas de deux”, bald sinnlich, dann wieder tänzerisch schwungvoll und saftig musiziert. Ein starkes Werk war auch Teodor Nicolaus “Fair Tale”, mit klangsinnlichen Flageoletts.

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