RNZRNZ 18.4.2013
Neckargemünd-Dilsberg. (kö) Vor 12 Jahren gewann das Duo den ersten Preis beim Heinrich-Vetter-Wettbewerb in der Jugend-Kategorie am Dilsberg, jetzt gastierten „The Twiolins“ in der Reihe „Junge Künstler“ auf Einladung der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis im Kommandantenhaus. Sechs mal hat sich das Duo einen ersten Bundespreis bei „Jugend musiziert“ erspielt, ihr Studium an der Mannheimer Musikhochschule haben die beiden beendet und sind mittlerweile viel unterwegs, um auf der ganzen Welt Konzerte zu gaben. Die Geschwister Marie-Luise und Christoph Dingler haben sich längst einen ausgezeichneten Namen gemacht in der Konzertszene. Von einer Konzertreise nach Mallorca braungebrannt zurückgekehrt, begeisterten die beiden das Publikum mit ihrem Programm und Spiel ebenso wie mit ihrer lebendigen Moderation.
Violinduos sind selten im Konzertbetrieb und die Literatur entsprechend rar. Das Duo indes wusste daraus eine trefflich Tugend zu machen und riefen einen neuen Wettbewerb ins Leben, den „Crossover Composition Award“, der die Gattung Violinduo mit neu geschriebenen Werken bedient. Die schönsten und meistprämierten Werke haben sie auf CD eingespielt und stellten sie nun live vor. 90 Komponisten aus 15 Ländern haben sich daran beteiligt, da kann man schon eine kleine musikalische Weltreise zusammenstellen. Mit „Schienenkapriolen“ von Hans-Günther Allers ging es auf Bahnwegen los, in heiter schwirrendem Drive, rhythmisch belebt und obsessiv, als wäre es die Filmmusik zu einem Hitchcock-Thriller. Neue Werke waren das allesamt, aber nichts Experimentelles darunter, sondern allesamt eingängige, effektvolle Stücke, harmonisch und schwungvoll.
Sebastian Sylla schrieb ein Stück klassischer indischer Musik, wofür das Duo bestes Gespür zeigte: für gefühlvoll glissandierende Linien und lebhafte Rhythmen. Ein Werk, das ebenso große Publikums-Begeisterung hinterließ wie der „Orient Express“ des jungen Mannheimer Geigers Tonio Geugelin. Ausgesprochen virtuos und mitreißend musizierte das Duo, glühend hedonistisch und lustvoll in den ungewöhnlichen Klangeffekten, Flageolettmelodien und repetitiven Elementen.
Sehr geigerische Werke ließen die Twiolins von Aleksey Igudesman hören: das feurige und kräftig sonor auftanzende „Fever of Passion“ und in „Peesh Moosh“ ließen sie delikate, lyrisch schwelgerische Töne in tänzerisch swingende Lust einmünden. Traumhafte Klänge entlockte das Duo ihren wohlklingenden Geigen in Benedict Bryderns „Gemini“, unerhörten Wohllaut ineinander verwobener und zart glühender Töne. Ein folkloristisch erhitztes Feuerwerk entfachten die Twiolins in „Jongleurs“ von Ewelina Nowicka. Alle Stücke auswendig zu spielen, ist schon eine Meisterleistung. Aber: „Wir können auch Noten lesen“, scherzte das Duo vor der ungeheuer witzigen Zugabe von „Invasion der Ameisenbären“. (…)

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