00000 1Die Rheinpfalz, 1.10.2013 Moderne Klassik, mitreißend gespielt und charmant erklärt: Das Violinduo Twiolins begeisterte die Zuhörer im Schifferstadter Club Ebene Eins mit einem außergewöhnlichen Konzert.
Es ist eines der großen Verdienste des Club Ebene Eins sowohl junge Künstler, als auch zeitgenössische Musik zu fördern. Das Duo The Twiolins erfüllt beide Kriterien. Die Geschwister Marie- Luise und Christoph Dingler sind zwei junge Musiker aus der Region und sie spielen Musik, die eigens für sie geschrieben wurde. Die beiden hatten nämlich die tolle Idee, einen eigenen Kompositionspreis auszuschreiben, den Crossover Composition Award. Seit der ersten Auslobung 2009 haben 90 Komponisten aus 15 Ländern teilgenommen. Aus den Wettbewerbsstücken hat das Duo ein facettenreiches Programm zusammengestellt.
Die nun gespielten Werke waren durchweg Finalisten des Wettbewerbs und zeigten eine bemerkenswerte Vielfalt: „Fairy Tale“ stammt von dem Finnen Teodor Nicolau (Jahrgang 1947) und lässt die skandinavische Märchenwelt lebendig werden. Da klingen folkloristische Terzen und tänzerische Melodien, da lachen Zwerge und taumeln Trolle – all das hervorragend aus dem Spiel der beiden Violinisten zu hören. Der Komponist Sebastian Sylla, geboren 1974, befasst sich mit indischer Musik und betreibt auch eine Yoga Schule. Sein Stück „Maha Nada“ (zu deutsch: der große Klang) verwendet besondere indische Tonleitern (Ragas) und Techniken, die in klassischer indischer Musik sehr beliebt sind, wie Glissandi und das Unisono-Spiel, oder ein über weite Passagen liegender Bordun – Ton. Gerade hier zeigt sich das atemberaubend enge Zusammenspiel der Geschwister.
Weil bei der Preisvergabe das Publikum mitentscheidet, setzen viele Komponisten auf spektakuläre Effekte und Virtuosität. Auch das liegt den Musikern gut. Genau wie die Zuhörer haben sie Spaß an rasanten Läufen, wirbelnden Arpeggien, zwitschernden Flageoletts und dramatischem Tremolo. Mit spielerischer Leichtigkeit bewältigen sie solche Kabinettstückchen.
Doch es geht nicht um oberflächliche Effekte. Es gibt auch sehr atmosphärische Stücke, die auf Vortrag, Klang und Harmonik setzen. Dazu gehörten „Gemini“ von dem 1966 geborenen Benedikt Brydern, das mit sphärischen Klängen in den Weltraum führt. Auch der Sieger des Jahres 2009, das Stück „Durch Laub und Wolken in der Nacht“, des 1983 geborenen Johannes Söllner war ein Stück, das emotionale Bilder im Zuhörer auslöst.
(…) von Gereon Hoffmann

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