Die aus Bockenheim stammenden Marie-Luise und Christoph Dingler legen CD vor – The Twiolins auf Erfolgskurs
von Roland Happersberger
MusikstĂŒcke fĂŒr zwei Violinen gibt es nicht eben hĂ€ufig. Was tut also ein eingeschworenes Violinduo, wenn das Repertoire schmal ist? Es bemĂŒht sich, Komponisten dazu zu bringen, fĂŒr diese Besetzung zu schreiben. Zum Beispiel, indem sie einen Kompositionswettbewerb ausloben. Diesen Weg gingen Marie-Luise und Christoph Dingler, aus Bockenheim stammende junge Profi-Geiger, die als Geschwister seit Kindertagen miteinander musizieren und sich den Namen „The Twiolins“ gegeben haben. Das Resultat des Wettbewerbs legten sie jetzt als CD vor. Neun MusikstĂŒcke unterschiedlichster Machart

Sie wirken zumindest teilweise zunĂ€chst sperrig, in herber Harmonik sogar abweisend, gewinnen beim mehrmaligen Zuhören aber ungemein. Offenbar muss man erst ihre Sprache, ihre Grammatik lernen, bevor sich Wohlgefallen an der Komplexheit ihrer Struktur, an der Mannigfaltigkeit der Rhythmik einstellt. Was sich indes schon beim ersten Hören sehr stark einprĂ€gt, ist die zweifellos sehr ungewöhnliche HomogenitĂ€t des Musizierens, wie sie wahrscheinlich wirklich nur wachsen kann, wenn zwei seit Kindertagen eng verbunden sind. […]

Über 100 Komponisten aus 16 LĂ€ndern, so informieren The Twiolins, haben sich vor drei Jahren beteiligt. Es gab ein „fulminantes öffentliches Finale“. Und jetzt haben die Twiolins den Ertrag des Wettbewerbs (Platz 1 bis 6) mit prĂ€ziser Spieltechnik, schlackenlosem Ton und in ĂŒberlegen disponierender Gestaltung auf CD vorgelegt. Die Komponisten heißen Benedikt Brydern (mit „Autobahn“ der Wettbewerbssieger), Tina Ternes, Aleksey Igudesman, Dorothea Mader, Ewelina Nowicka, Teodor Nicolau und Hollis Taylor und sind zumeist studierte Instrumentalisten und Komponisten. Die StĂŒcke einzeln charakterisieren zu wollen, fĂŒhrte zu weit. Es gibt romantische GesĂ€nge, die durchaus an spĂ€te tonale Musik anknĂŒpfen, es gibt Hochvirtuoses, das auch in einer Paganini-Sonate vorkommen könnte und es gibt EinflĂŒsse aus Folk oder Jazz. Der Dinglersche Kompositionswettstreit hat sicher keine Musik fĂŒr die Ewigkeit hervorgebracht, aber Kompositionen, die um Klassen interessanter und reicher sind als das Einerlei
ĂŒblicher Unterhaltungsmusikproduktion

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